Das Treffen Rechtsextremer am 25. November 2023 hat in den letzten Wochen Menschen in vielen deutschen Städten auf die Straße gebracht. Auch wir auf den Härten wollen zeigen wo wir stehen.
Gestartet sind wir als kleine Initiative von vier Privatpersonen. In kurzer Zeit konnten wir bereits die meisten politischen Organisationen auf den Härten und Fraktionen des Gemeinderates, Pfarrerinnen und Pfarrer verschiedener Kirchengemeinden auf den Härten, mehrere Vereine und etliche Privatpersonen für unser Projekt interessieren.
Wer wir sind und was wir wollen
Politische Akteure, die unsere demokratische Verfassung mit ihren fundamentalen Werten im Grunde abschaffen wollen, erhalten immer mehr Zulauf von Menschen, die sie auch zu wählen bereit sind. Während diese die Demokratie zumeist nicht grundlegend in Frage stellen, zielen jene Akteure aber auf die Grundlagen unseres Zusammenlebens in Deutschland und in ganz Europa. Hätten sie Erfolg, wären schließlich auch die Härten betroffen. Dieser Entwicklung wollen wir entschieden entgegentreten und deutlich machen, wo wir auf den Härten stehen.
Auftakt mit der ersten Kundgebung
Deshalb riefen wir am 11. März 2024 zu einer Kundgebung auf unter dem Motto „Menschsein auf den Härten, gemeinsam für Menschenwürde, Demokratie und Vielfalt, gegen Ausgrenzung, Hass und Hetze“, an der sich etwa 400 Menschen beteiligt haben. In der Zeit war eine zunehmende und bis heute noch anhaltende Verrohung des gesellschaftlichen Diskurses deutlich zu spüren. Zuvor waren auch Pläne von Rechtsextremisten aller Art ans Licht gekommen, die massenhafte Abschiebung von Menschen mit Migrationshintergrund betreiben zu wollen, um eine ethnisch homogene Gesellschaft zu schaffen. Hierfür wurde damals der Begriff „Remigration“ eingesetzt, mit dem die eigentliche Absicht der Zwangsvertreibung verschleiert werden sollte. Demgegenüber wollten wir zum Ausdruck bringen, dass wir unsere demokratisch verfasste Zivilgesellschaft als ein hohes Gut betrachten, das wir zu schützen wissen. Unmittelbar nach unserer Kundgebung formierte sich der „Initiativkreis Mensch sein auf den Härten“ mit dem Ziel, weiterhin gegen Ausgrenzung, Hass und Hetze wirken zu wollen. Denn der rechtsextreme Sog ist noch nicht versiegt.
Was wir bisher unternommen haben
Zwischenzeitlich trat der Initiativkreis mit zahlreichen Veranstaltungen an die Öffentlichkeit, wie zum Beispiel im Juni 2024 mit einer Aufklärungsveranstaltung über Ursprünge und die Verbreitung rechtsextremen Denkens in Deutschland. Eine zweite Kundgebung fand dann vor der Bundestagswahl im Februar 2025 ebenfalls in Wankheim statt.
Ein großer Erfolg war die Lesung mit Bernhard Schlink zu seinem Roman „Die Enkelin“ am Evangelischen Blaulach-Gymnasium Kusterdingen im Mai des Jahres. An einem Abend befassten wir uns mit dem Thema „Einsamkeit und Radikalisierung Jugendlicher in rechtsextremen Gruppierungen“. Im Juli fand ein Workshop statt, in dem eingeübt wurde, wie kraftvoll auf demokratiefeindliche Parolen und Provokationen reagiert werden kann.
Im gleichen Monat trafen wir uns zu einem „Sommerabend in guter Gesellschaft“ auf der Jugendfarm Kusterdingen. Im November beteiligten wir uns mit drei gut besuchten Veranstaltungen an der Evangelischen Friedensdekade „Komm den Frieden wecken“. Schließlich wurden wir eingeladen, die Zusammenarbeit mit dem Evangelischen Blaulach-Gymnasium zu vertiefen und eine Podiumsdiskussion mit vorzubereiten, die an der Schule noch vor der bevorstehenden Landtagswahl in Baden-Württemberg durchgeführt wird. Bis dahin soll auch eine dritte Kundgebung stattfinden, die am 28. Februar 2026 wieder in Wankheim geplant ist.
Unser Kreis besteht aus gut zwei Dutzend Personen
Der Initiativkreis trifft sich im Abstand von vier bis sechs Wochen an verschiedenen Orten auf den Härten. Wir freuen uns über neue Mitglieder, die den Wunsch mit uns teilen, sich aktiv für Menschenwürde, Demokratie und Vielfalt in unserem Gemeinwesen einzusetzen.
Sie möchten mit uns Kontakt aufnehmen?
Bitte erfragen Sie den nächsten Termin bei Axel Promies (Kontakt) und beachten Sie auch unsere aktuellen Hinweise im Gemeindeboten.
